Das Friedenslicht ist da

Für viele gehört es bereits zu Weihnachten wie der Christbaum, der gemeinsame Kirchenbesuch oder die Geschenke: Das Friedenslicht aus Betlehem. Jedes Jahr stehen die Pfadfinder vom Stamm "Pfalzgraf Johann" am Heiligen Abend vor der Hofkirche und verteilen kleine Kerzen mit dem Friedenslicht gegen eine kleine Spende für ihre Jugendarbeit an die Gläubigen.

 

Viele wissen aber vielleicht nicht, dass die Pfadfinder mit ihrer Schneebar vor der Hofkirche dabei nur ein kleiner Teil einer globalen Aktion sind: Die Flamme wurde in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Betlehem entzündet und nach Wien gebracht, wo sie von Vertretern aller europäischen und nordamerikanischen Pfadfinderverbände am Samstag abgeholt wurde.

 

"Für uns ist die Fahrt nach Wien schon fester Bestandteil unseres Jahresprogrammes", so Lukas Wunderlich vom Vorstand des Stammes Pfalzgraf Johann. Bevor die Pfadfinder das Licht in der Gustav-Adolf-Kirche entgegennahmen, nutzten sie die Gelegenheit zu einer ausführlichen Besichtigung der österreichischen Hauptstadt. 

Nach dem Gottesdienst, an dem über 1000 Pfadfinder aus 20 Nationen teilnahmen, ging es dann wieder auf die lange Rückfahrt nach Neumarkt. 

 

Ab sofort kann das Friedenslicht im Pfarrbüro der Hofkirche abgeholt werden, am Heiligen Abend dann verteilen die Pfadfinder das Licht an die Bevölkerung vor der Hofkirche.

Bereits seit 1994 beteiligen sich deutsche Pfadfinder an der Aktion, die auf eine Initiative des ORF zurückgeht, der bis heute das Licht in Betlehem abholt. Als Symbol für Frieden, Wärme, Solidarität und Mitgefühl soll das Licht an alle "Menschen guten Willens" weitergegeben werden. Wer das Licht empfängt, kann damit selbst die Kerzen von Freunden und Bekannten entzünden, "damit an vielen Orten ein Schimmer des Friedens erfahrbar wird, auf den die Menschen in der Weihnachtszeit besonders hoffen", heißt es. 

In diesem Jahr orientiert sich die Aktion unter dem Motto "Licht verbindet Völker" an dem Symbol des Lichtes und weist auf dem Wunsch nach Frieden hin, "der wohl wirklich allen Völkern und Nationen gemeinsam ist". 

 

Dafür "opfern" die Pfadfinder gerne ihren Heiligen Abend: Zu allen Messen wird der Stand vor der Hofkirche öffnen, hier kann das Licht abgeholt und mit nach Hause in die eigene Familie gebracht werden. 

Im Anschluss an die Christmette um 23 Uhr besteht dann noch die Gelegenheit, den Heiligen Abend bei einem Glas Glühwein ausklingen zu lassen. "Das ist für uns mittlerweile schon Tradition", so Matthias Platzek aus dem Rechtsträger der Neumarkter Pfadfinder, "viele von uns können sich einen normalen Heiligen Abend zu Hause schon gar nicht mehr vorstellen." 

Der Erlös der Aktion kommt der Jugendarbeit der Pfadfinder zu Gute.